Heinrich Schliemann

Heinrich Schliemann



Am 6. Januar 1822 wurde Heinrich Schliemann als Kind einer ärmlichen Pastorenfamilie in Neubukow, Landkreis Mecklenburg-Schwerin geboren. Außer ihm gab es noch weitere vier Kinder in der Familie.
Im Jahre 1823 war Familie Schliemann nach Ankershagen gezogen, wo Heinrich auch die Dorfschule besuchte. Im Anschluß ging er weitere vier Jahre auf eine Realschule in Neustrelitz. Nach dieser Zeit wurde er 1836 Lehrling eines Kleinkrämers in Fürstenberg, wo er insgesamt fünf Jahre arbeitete.

Doch Heinrich Schliemann wollte mehr aus seinem Leben machen.
Zuerst entschloß er sich, die provinziale Enge seiner Heimat zu verlassen und reiste nach Amsterdam und St.Petersburg.
In Rußland gründete er dann auch 1847 sein erstes eigenes Handelshaus. Zu diesem Zeitpunkt war Schliemann gerade fünfundzwanzig Jahre alt.
Dieses Handelshaus entwickelte sich prächtig und brachte ihm auch einiges an finanziellen Mitteln ein.

In den Jahren von 1850 bis 1852 befand sich Schliemann dann in Kalifornien, wo gerade der Goldrausch herrschte.
Da Kalifornien zu diesem Zeitpunkt als ein neuer Bundesstaat der USA aufgenommen wurde, erhielt Schliemann automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft, wie jeder, der zu dieser Zeit in Kalifornien war.
Auch in den USA feierte Schlieman geschäftliche Erfolge. Er eröffnete dort auch eine Bank für Goldhandel, die ihm ebenfalls enorme finanzielle Mittel einbrachte.

Von 1852 bis 1863 befand er sich dann wieder in Rußland und feierte auch dort große geschäftliche Erfolge, unter anderem durch den Krimkrieg und durch Teeimporte.

Obwohl Heinrich Schliemann sowohl in den USA, wie auch in Rußland durch sein kaufmännisches Geschick zum Multimillionär geworden war, entschloß er sich 1864, sich endgültig aus dem Geschäftsleben zurück zu ziehen und sich nur noch seinen Studien zu widmen.

Auf seinen vielen Reisen und auch während seiner geschäftlichen Tätigkeit, erlernte Schliemann einige Sprachen autodidaktisch.
Er beherrschte Sprachen wie Alt- und Neugriechisch, Engisch, Französisch, Holländisch, Spanisch, Italienisch, sowie auch Portugiesisch.

In den Jahren zwischen 1864 und 1870 beschäftigte Schliemann sich ausführlich mit seinen Studien und Vorbereitungen für sein eigentliches "Lebensziel".
In dieser Zeit war er auch häufig auf Reisen, wobei er Länder wie Indien, China, Japan, Amerika und Kuba, Italien und auch Griechenland besuchte.
Zwischen 1866 - 1870 studierte er an der Sorbonne in Paris Philologie, Philosophie und Sprachen.
In dieser Zeit erschienen auch seiner ersten Bücher.
1867 das Buch mit dem Titel La Chine et la Japon au temps présent und bereits 1869 das zweite Buch mit dem Titel Ithaka.
Noch im selben Jahr promovierte er in Rostock an der Universität und faßte den Entschluß Archäologe zu werden.

Schliemann, der inzwischen in Athen lebte, machte immer wieder durch ausehenerregende Funde auf sich aufmerksam. Er verfaßte wissenschaftliche Interpretationen und stellte die Ergebnisse seiner Forschung auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Seine berühmteste Grabung hatte Schliemann in der zeit von 1870 bis 1873, als er sich an seinen Homer hielt und Troja entdeckte, wo er dann den vermeintlichen Schatz des Priamos fand.
Wobei sich erst viele Jahre später herausstellte, dass er nicht das Troja aus Homers Zeiten entdeckt hatte, sondern ein späteres troja, das an gleicher Stelle, auf den Fundamenten älterer aufgebaut war.

Spätere Grabungen führte er dann in Mykene durch, wo er annahm, das Schatzhaus des Atreus gefunden zu haben.
Ebenso legte er in Ithaka und Orchomenos und anderen Orten bedeutende Monumente frei.
Seine Grabung auf Knossos (Kreta), wo er hoffte das Königsschloß zu finden, scheiterte 1884 an dem nicht zu stande gekommenden Erwerb des Grundstückst, auf dem er die Grabung durch führen wollte.

Am 26. Dezember 1890 starb Heinrich Schliemann in Neapel. Er befand sich gerade auf der heimreise von Deutschland nach Griechenland.

Sophie Schliemann mit Schmuck aus dem vermeintlichen Schatz des Priamos


Während seinen Grabungen wurde Heinrich Schliemann immer von seiner griechischen Ehefrau Sophie begleitet.
Für ein Foto ließ er sie auch den Schmuck, aus dem vermeintlichen Schatz des Priamos tragen.
Zu seinen Lebzeiten wurde Heinrich Schliemann auf Grund einiger Grabungssünden und seiner pressewirksamen Veröffentlichungen, in archäologischen Kreisen eher verurteilt und abgelehnt, als bewundert. Auch sein Werdegang als geschäftsmann und Multimillionär brachten ihm in diesen Kreisen wenig Symphatien ein.
Einer der wenigen Archäologen, die ihn ernst nahmen war Wilhelm Dörfeld, der ihn ab dem Jahre 1882 bei seinen Grabungen zur Seite stand.
Selbst in Deutschland, seinem Heimatland blieb ihm lange die verdiente Anerkennung versagt.