Der verwöhnte Kater namens Max

Eine Geschichte von Helga Salfer
 


Unser Mäxchen ist eigentlich ein ganz gewöhnlicher graugetigerte Kater, mit allen Eigenschaften, die eine Katze auszeichnen. Seine Streiche lassen uns manchmal in die Luft gehen, aber oft genug auch schmunzeln.

Da der Stubentiger immer gefräßig ist, obwohl er genügend Futter bekommt, ist vor ihm nichts Essbares sicher. Selbst eine heiße Herdplatte wird zur Futtersuche aufgesucht.

Im Klauen von Fleisch, Wurst oder Käse ist er der Beste. Er ist der mutigste und zugleich der frechste Kater, den man sich vorstellen kann. Er besitzt schon beinahe menschliche Raffinesse.

Wenn man mit ihm schimpft, kneift er seine krokodilgrünen Augen zusammen und blinzelt einen verstohlen an. Einschüchtern lässt der Kerl sich nur für ein paar Sekunden. Wenn der Mensch Dampf abgelassen hat, nach Mäxchens Meinung, streicht er einem wieder um die Beine und will ausgiebig gestreichelt werden. Er nimmt das Meckern gar nicht krumm, denn er hält sich ja sowieso nur an seine eigenen Versprechen und die lauten:

Bei der nächsten besten Gelegenheit bin ich unbedingt wieder dabei!

So verfährt er im allgemeinen mit allen seinen Katzenproblemen, die seinen Menschen ärgern.

Wenn Max ein Wesen mit Verstand wäre, müsste man ihn unbedingt als Optimisten einstufen.
Er lebt als Tier nach dem allzu menschlichen Motto:

Leben und leben lassen! Ja, das Katerchen ist schon toll! Aber eine typische Katzeneigenschaft ist ihm total fremd.

Man glaubt es kaum, es ist das Mäusefangen! Der Kater jagt keine Mäuse! Liefert ihm doch die menschliche Speisekammer appetitlichere Dinge. So kommt es denn, dass sich eine kleine Maus unbemerkt durchs gekippte Kellerfenster Einlass ins Haus verschafft. Das grausige Tierchen wird von meinem Mann gesichtet.

Entschlossen setzt er Mäxchen auf das Tier an. Was geschieht? Kaum zu glauben! Der Kater zieht sich uninteressiert zurück. Noch nicht einmal jagen will er die Maus, geschweige denn fressen! Wie kann sein Mensch ihm nur so etwas anbieten, scheint er zu denken. Beleidigt dreht er sich um und zieht von dannen. Die Maus quietscht unterdessen in einer Ecke des Kellerraumes weiter. Mäxchen spitzt zwar die Ohren, aber seine Interesse ist gleich null. Soll der Mensch sich doch drum kümmern! Der Kampf zwischen Kater und Mensch geht zu Gunsten für den Kater aus.

Das verängstigte Mäuschen versucht sich indessen unter der gewölbten Unterseite des Futternapfes zu verstecken. Vor den Augen meines Mannes findet es aber kein Erbarmen. Ohne lange zu fackeln jagt er als menschlicher Kater die Maus und erledigt sie. Mäxchen sieht teilnahmslos aus der Ferne zu.

Na siehst du! Klappt doch, mein Mensch! Das hast du prima geschafft. Beim nächsten Mal machst du es ohne mich vorher zu holen.


 

 
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