König Eberhard ( 3. Teil, der Rapunzel Gedichte )

Gedicht von C. Laschinski

Schwaches Licht erhellte die Gassen,
der Ort wirkte seltsam verlassen.
Nur in wenigen Fenstern brannten Lichter,
schemenhaft erkannte man Gesichter.
Sie spähten in die Nacht hinein,
draußen hörte man lautes Schreien.
Krieger zogen durch die Stadt,
auf ihrem Weg, machten sie alles platt.
Doch ein Mann stellte sich ihnen entgegen,
seine Erscheinung war wüst und verwegen.
Er wirkte wie ein großer Held,
und es schien, als sei er nicht von dieser Welt.
Begleitet wurde er von einer jungen Maid,
sie war schön und auch gescheid.
Aus der Gruppe trat ein Mann hervor,
es fehlte ihm ein Stück vom linken Ohr.
Ich bin der König Eberhard,
und komm zurück von großer Fahrt.
So macht mir den Weg jetzt frei,
und laßt mich und mein
Heer vorbei.
In Schlachten traf ich auf viele Krieger,
und bei allen Kämpfen blieb ich der Sieger.
Laßt es nicht auf einen Kampf ankommen,
sonst wird auch Euch das Leben genommen.
Der Held hob sein Gesicht,
und der König glaubte es nicht.
Eberhard wurde plötzlich bleich,
in dem Mann erkannte er den Scheich.
Er hatte ihn schon einmal getroffen,
damals war er mächtig besoffen.
Mit dem Scheich hatte er Streit begonnen,
der hatte den König dafür, ein Stück von seinem Ohr genommen.
Das konnte Eberhard nicht vergessen,
und war von der Rache besessen.
So zog der elende Strolch,
hervor unter seinem Gewand einen Dolch.
Der Scheich hob den Kopf und grinste ihn an,
und schon gleich der Zauber begann.
Es erschien ein schaurig, großer Drachen,
Feuer spie aus seinem offenen Rachen.
Es verbrannte den König und das Heer,
nun gab es diese Schurken nicht mehr.
Sogleich gaben die Dörfler ein Fest,
Rapunzel und der Scheich bekamen vom Essen nur den Rest.
Gemeinsam gingen sie nach Haus,
auch dieses Abenteuer war schon wieder aus.

ENDE




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