Die Geschichte des orientalichen Scheichs ( 2. Teil der Rapunzel – Gedichte )

von C. Laschinski

Ein fernes Land im Regen,
dessen Herrscher war allen überlegen.
Einst hatte er Rapunzel befreit,
doch heute fand er das gar nicht mehr gescheid.
Allein stand er jetzt am Strand,
an seinen Füßen spürte er den Sand.
Bei den bösen Feen war er damals stets willkommen,
jetzt hatten sie ihm alle Macht genommen.
Er war einmal ein mächtiger Scheich,
jetzt war er allein im Reich.
Keine Feinde, keine Siege,
vergessen sind die großen Kriege.
In seinem Kopf sammelten sich die Gedanken,
sie umwickelten sein Gehirn wir Ranken.
Er mußte dringend etwas tun,
hier wollte er nicht weiter ausruhn.
So bestieg er das selbst gebaute Schiff,
umsegelte auch jedes Riff.
bis er dann in der Ferne fand,
ein neues, wunderschönes Land.
Dort lebte ein alter Baron,
der hatte einen halbtoten Sohn.
Der Scheich sah ihm ins Gesicht,
und dachte, der hat wohl die Gicht.
„ Guter Braon, darf ich bei Euch verweilen,
dann werde ich Euren Sohn heilen.“
Und tut er dann trotzdem sterben,
kann ich ja seinen Vater beerben.
So bekam er im Schloß ein Zimmer,
dort wollte er am liebsten verweilen für immer.
Die Nacht hüllte das Schloß in dunkle Schatten,
über den Hof eilten die Ratten.
Und im Schutze einer hohen Hecke,
schlich sich Jemand um die Ecke.
Der Scheich spazierte noch etwas unter dem Mond,
und hätte den Schurken auch verschont.
Doch der hatte sich unter einer Tonne verkrochen,
und so hat er ihn einfach erstochen.
Leider stellte sich später heraus,
der Bursche lebte auch im Haus.
Der Scheich verlor sein neues Heim,
und fand es sehr gemein.
Er wollte den Baron doch nur beschützen,
aber das tat jetzt auch nichts mehr nützen.
So befuhr er wieder das Meer,
das letzte Mal war noch nicht lange her.
Nach ein paar Tagen erreichte er den Strand,
an dem er schon einmal stand.
Die Zwerge hießen ihn willkommen,
und hätten ihn auch aufgenommen.
Wäre nicht gewesen dieser Zwischenfall,
der sich ereignet hat im Stall.
Die Zwerge wünschten, es wäre nicht geschehen,
aber so mußte der Scheich gehen.
Er verführte des Zwergenkönigsfrau,
nun machte der König ihn zur Sau.
Der Scheich begrabschte ihre dicken Dinger,
quetschte sich dabei ein paar Finger.
Für die Zwerge war das der Beweis,
er fand, er war ein ziemlicher Scheiß.
Man entschloß sich ihn zu töten,
einige Zwerge spielten dazu auf ihren Flöten.
Am Ufer stand auch schon Rapunzel,
erleuchtet wurde die Szene von einer Funzel.
Als sie ihn sah, erkannte sie ihn gleich,
ihren alten Freund, den orientalichen Scheich.
Die Zwerge wollten ihn ertränken im See,
schnell rief Rapunzel wieder nach der bösen Fee.
Die hatte gerade keine Zeit,
doch stellte sie Ersatz bereit.
Es war ein Kobold Jüngling,
der vor kurzem erst anfing.
Er gab dem Scheich seine Macht zurück,
für den war es das große Glück.
Rapunzel gestand er seine Liebe,
und auch sie spürte diese Triebe.
Sie war jetzt für ihn bereit,
und gleich war es auch soweit.
Denn auf des Adlers weiten Schwingen,
konnte ihnen die Flucht gelingen.
Gemeinsam zogen sie von dannen,
überflogen Wälder voll dunkler Tannen.
Auf einem Bauernhof ließen sie sich schließlich nieder,
doch Abenteuer erlebten sie immer wieder.
Für heute ist genug von den Geschichten,
von den anderen, werden wir nächstes Mal berichten.


ENDE




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