Odie's Geschichte - Seite 2

 


Nach einiger Zeit kamen die Beiden dann auch schon wieder und machten ebenfalls einen ganz schön bepackten Eindruck.
Nachdem sie die merkwürdigen Sachen, von denen einige aussahen wie ganz lange Stöckchen, im Kofferraum verstaut hatten, fuhren wir wieder los.

Es dauerte dann zwar einen kleinen Augenblick, aber dann wurde ich das Gefühl nicht los, daß wir doch noch einmal zu meinem Garten fuhren.
Und als wir dann kurze Zeit später tatsächlich dort anhielten, konnte ich es kaum glauben. Zwei Tage hinter einander zum Garten.
Ich denke mal, ich mußte mich nicht groß anstrengen, daß meine Begleiter auch merkten, wie sehr ich mich darüber freute.

Auch diesmal durfte ich wieder rein und rumtoben. Meine beiden Begleiter sind natürlich ebenfalls mit rein gekommen.

Frauchens Tochter ging dann nochmal zurück zum Wagen und ich überlegte kurz, ob sie uns jetzt alleine hier lassen wollte, aber sie holte nur die komischen Dinge, die sie vorher besorgt hatten, aus dem Auto.
Nachdem sie die Sachen in den Garten gebracht hatte, fingen sie auf einmal an, all das schöne Laub, das überall verstreut lag aufzufegen. Zumindest sah es für mich so aus.
Das ganze Laub landete so auf einen großen Haufen. Allerdings hatte die ganze Sache auch etwas gutes, auf diese Weise fand ich noch mehr Stöckchen, die mir die beiden abwechselnd immer wieder wwerfen mußten.

An diesem Tag blieben wir das erste mal einige Stunden in meinem Garten ! Und obwohl es doch ganz schön kalt war, machten meine Begleiter auch keine anstallten, so früh wieder zu gehen.
gelegentlich kamen auch mal ein paar Leue dort vorbei und sprachen mein Frauchen an. Und da sie ja eine ganz nette ist, hat sie sich auch mit den Leuten unterhalten.
Als wir an diesem Tag dann wieder nach Hause fuhren, wurde es sogar schon langsam dunkel.
Ich muß sagen, so kaputt und müde, war ich schon ewig nicht mehr gewesen. Aber ich war an diesem Abend bestimmt der glücklichste Hund der Welt, denn irgendwie hatte ich das starke Gefühl, daß wir von nun an öfters zu meinem wunderschönen Garten fuhren !

Bereits am nächsten Tag, zeigte es sich, daß ich mich nicht getäuscht hatte.
Schon recht früh am Morgen kam die Tochter von meinem Frauchen und holte uns ab. Da die Beiden sich ziemlich warm angezogen hatten, war ich ganz sicher, wir würden wieder in den Garten fahren. Und so war es dann auch.

Wie auch schon am Vortag haben die Beiden dann erst etwas Laub zusammen geharkt.
Allerdings haben sie danach mit etwas begonnen, daß ich überhaupt nicht verstehen konnte.
Die tollen Sträucher, die schon fast wie kleine Bäume aussahen und an denen ich so toll "pippi" machen konnte, wurden von ihnen plötzlich ganz schön gerupft.
Mit so einem komischen Ding, das wie eine ganz lange, große uns sehr unförmige Schere aussah.
Nach und nach schnitten sie damit immer mehr von den Ästen ab und verstaunten sie in so eigenartigen großen Plastiksäcken.
Allerdings hatte das ganze auch was gutes, denn auf diese Weise bekam ich haufenweise neue Stöckchen, die mir meine Begleiter natürlich zwischendurch auch immer werfen mußten.
Auch an diesem Tag blieben wir, bis es fast schon wieder dunkel wurde.

Ich wußte zwar nicht ganz genau, womit ich das verdient hatte, aber von da an fuhren wir wirklich jeden Tag zu meinem Garten und blieben auch jedesmal sehr lange.
Mit der Zeit hatte sich das Aussehen meines Grundstücks schon ganz schön verändert.
Nachdem alle Sträucher keine Äste mehr hatten und nur noch der bloße Stamm aus dem Boden ragte, begannen die Tochter von meinem Frauchen mit etwas sehr eigenartigem.
Erst stocherte sie mit einem Spaten im Boden rum und gelegentlich hat sie den Boden vorher auch noch mit so einer Spitzhacke bearbeitet.
Wenn sie dann damit fertig war, fing sie an, an dem kahlen Stamm der Sträucher rumzurütteln.
Natürlich hatte der Stamm nach einiger Zeit auch nachgegeben, wahrscheinlich wußte der Stamm selbst nicht so genau, was ihm da geschah.
Und auch ich verfolgte die Sache mit Spannung.
Etwas unerwartet fiel der Stamm dann plötzlich zu Boden und lag ganz einfach da.
Frauchens Tochter machte einen etwas angestrengten Eindruck und schien einen kleinen Moment verschnaufen zu wollen, also nutzte ich die Gelegenheit und schnappte mir den Stamm.

Obwohl das Ding ganz schön lang und schwer war, habe ich ihn trotzdem quer duch den Garten geschleppt und hin und wieder auch versucht, den Stamm zu schmeißen, was allerdings nicht ganz so gut gelang.
Aber ich war auf jeden Fall der festen Überzeugung, daß mein Frauchen und ihre Tochter sich diese ganze Arbeit nur meinetwegen gemacht haben.
Warum sonst sollten sie Stöckchen in allen verschiedenen Größen zurecht geschnitten und ausgegraben haben ?
Zusätzlich hatte es aber auch noch was anderes gutes ansich gehabt.
Immer wenn einer der Stämme aus dem Boden geholt war, hatte ich noch mehr Platz um zu rennen und zu spielen.
Mein Garten gefiel mir von Tag zu Tag besser


Nach ein paar Tagen standen dann nur noch zwei der Stämme und so sehr sich mein Frauchen und ihre Tochter auch bemühten, die Stämme wollten nicht umfallen.
Mich hatte das nicht so sehr gestört, sie standen mir nicht im Weg, wenn ich durch den Garten gerannt bin, aber trotzdem versuchten die Beiden ganz angestrengt, auch diese letzten beiden Stämme aus dem Boden zu bekommen.
Irgendwann gaben sie es dann auch auf.

Langsam war es schon richtig Winter geworden und als es dann eines Tages geschneit hatte, konnte ich es kaum noch erwarten, in meinen Garten zu kommen.
Den ganzen Morgen hatte ich darauf gewartet, das endlich die Tochter von Frauchen kommen würde, aber natürlich mußte sie sich ausgerechtnet an diesem Tag zeitlassen.
Ich ging natürlich davon aus, das wir auch an diesem Tag alle zusammen rausfahren würden, aber irgendwie hatte mein Frauchen keine anstallten gemacht, die darauf schließen ließen, das sie mit kommen würde.
Als die Tochter dann endlich kam, dauerte es auch nicht mehr lange und wir fuhren los.
Doch wie ich es schon vermutet hatte, kam mein Frauchen leider nicht mit.
Als wir dann endlich da waren, hätte ich meinen Garten beinahe nicht wieder erkannt.
Er war weiß !
Alles war weiß, die zwei restlichen Stämme, die Laubhaufen und sogar die kahlen Bäume sahen richtig schön aus.
In diesem Augenblick habe ich mich ein weiteres mal in meinen Garten verliebt. Es war wie eine Winterlandschaft als Hundespielplatz.
Kaum war ich drin, bin ich als erstes durch den Schnee getobt und sogar ein Stückchen drin versunken.
Immer wieder hat mir Frauchens Tochter Schneebälle geworfen, aber ich konnte machen was ich wollte, sobald sie auf dem Boden angekommen waren, konnte ich sie nicht mehr sehen, als hätten sie sich in Luft aufgelöst.
Trotzdem bin ich hinter jedem neuen Schneeball erstmal hinterher gerannt.
Irgendwo unter dem Schnee, hatte die Tochter dann auch wieder einen der vielen Stöcken vorgeholt und mir diesen dann geworfen.
Ich fand es richtig toll, ein so großes Grundstück ganz für mich alleine zu haben, und sogar noch jemanden, der einem die Stöckchen schmeißt.
Manchmal sind Menschen richtig praktisch, vor allem wenn man spielen will.

Während des Winters fuhren wir oft zu meinem Garten raus, obwohl weder mein Frauchen, noch ihre Tochter weiter im Garten arbeiteten.
Mich hatte das natürlich nicht gstört, ich hatte unglaublich viel Platz, um mich aus zu toben und mußte auf nichts Rücksicht nehmen.
Leider schneite es nicht jeden Tag und der Schnee, der vorher noch so schön im Garten lag, war auch langsam geschmolzen.
Aber trotzdem fielen mir immer Dinge ein, die ich in meinem Garten machen konnte. Langweilig ist mir dort bis heute noch nie geworden.

Als es dann irgendwann wieder wärmer wurde, fingen meine Menschen auch wieder damit an, den Garten umzugestallten.
Natürlich war ich mir sicher, sie taten das nur, damit ich noch besser spielen konnte, denn sie fingen an, große Steine aus dem Boden zu holen, dort, wo vorher auch mal die Sträucher gestanden hatten.
Mich hätten die Steine zwar nicht so sehr gestört, aber wahrscheinlich hatten meine Menschen nur Angst, ich könnte mich an den Steinen verletzen.
Während das Wetter immer besser wurde, fingen in den anderen Gärten die ersten Blumen an zu blühen. Nur in unserem Garten blühte nichts.
Also mußte ich auch auf nichts Rücksicht nehmen !

Immer öfter kamen nun fremde Leute an meinem Garten vorbei. Meist blieben sie überrascht stehen und schauten sich an, wie sehr sich das grundstück verändert hatte.
Aber anstatt das sie mich als erstes begrüßten, unterhielten sie sich mit meinem Frauchen, oder ihrer Tochter.
Doch dann dauerte es meist nicht lange, und sie begrüßten auch mich.
Solange diese fremden Leute keinen Hund dabei hatten, durften sie auch mal an meinem Zaun stehen bleiben, aber es gab auch einige andere Hunde, die immer wieder mal an meinem Garten vorbei kamen.
Da ich ja nun mal zum einen Teil ein Schäferhunderbe habe, brach dann bei mir natürlich sofort der "Wachinstinkt" durch und ich habe die anderen Hunde erstmal angebellt.
Die meisten von ihnen haben mich dann nur angesehen und sind weiter gegangen, aber einige haben es doch tatsächlich gewagt, zurück zubellen.
Natürlich konnte ich sie schon verstehen....keiner von ihnen hatte auch nur annähernd so einen schönen großen Garten für sich ganz alleine, wo sie hemmungslos rumspielen konnten.

Irgendwie ging ich davon aus, das sich an meinem Garten nun nicht mehr viel verändern würde, die Sträucher und die Steine waren weg und nun war ich doch recht zufrieden, mit der Arbeit meiner Menschen.
Doch mein Frauchen und ihre Tochter hatten offensichtlich noch andere Pläne mit dem Garten.
Und trotzdem haben sie darauf geachtet, das ich genug Platz hatte und der Garten weiterhin ein großer Spielplatz für mich blieb.

An einem Morgen sind wir dann mal wieder sehr früh in den Garten gefahren. Irgendwie konnte ich spüren, daß es an diesem Tag anders war.
Frauchen und Tochter liefen eine ganze Weile recht unschlüssig durch den Garten, so als würden sie auf etwas warten, nur war mir leider nicht ganz klar, auf was denn nun warteten.

Nach einiger Zeit hielt ein großer Wagen mit Ladefläche neben uneserem Grundstück und zwei Männer stiegen aus.
Eigentlich ist das ja nichts ungewöhnliches, doch die zwei Männer kamen plötzlich in meinen Garten !

Nachdem ich die Beiden erstmal überprüft und dann begrüßt hatte, durften sie sich zusammen mit meinem Frauchen den Garten ansehen.

Allerdings war mir nicht ganz klar, warum sie sich so ausführlich für meinen Garten interessierten.

Dann schrieb einer der Männer etwas auf einen Zettel und reichte ihn meinem Frauchen.
Nachdem sie sich dann verabschiedet hatten, stiegen die Beiden Männer wieder in den Wagen und fuhren weg.
Und auch wir machten uns an diesem Tag früher als sonst wieder auf den Heimweg.

Seit die zwei fremden Männer in meinem Garten waren, war inzwischen etwas Zeit vergangen.
An einem Morgen fuhr ich zusammen mit der Tochter von meinem Frauchen wieder mal sehr früh zum Garten.
Wie immer hatte ich mich riesig darüber gefreut. Zwar war mir aufgefallen, daß meine menschlichen Freunde nichts mehr weiter im Garten verändert hatten, aber ich dachte, das sie jetzt damit zufrieden waren. Ich jedenfalls war es.
Gerade als wir ausgiebig mit einem meiner absoluten Lieblingsstöckchen gespielt hatten, hielt wieder der Wagen mit den zwei Männern.
Und wie auch schon beim ersten mal, kamen sie wieder zu uns rein.
Nach einer kurzen Begrüßung unterhielten sie sich noch einen Augenblick mit meiner Begleiterin und dann gab sie den Männern plötzlich den Schlüssel zum Garten.
Und gleich danach sind wir dann auch schon wieder gegangen und haben die fremden Männer ganz alleine auf meinem Grundstück gelassen.
Als wir auf dem Weg zu unserem Auto waren, habe ich noch gesehen, das sie etwas in den Garten brachten.
Es sah aus wie ein technisches Gerät, aber was sie damit in meinem Garten wollten, war mir nicht klar.

Nachdem wir kurz zu Hause waren, fuhr ich mit Frauchens Tochter nochmal in den Park, wo ich mich austoben konnte.
Aber in Gedanken war ich noch immer im Garten. Ich wollte zu gerne wissen, was die Männer dort anstellten.

Sehr spät am Nachmittag, man könnte eigentlich schon sagen, kurz vor dem Abend, ist die Tochter von meinem Frauchen plötzlich noch einmal mit mir zum Garten gefahren.
Kaum hatten wir den Wagen geparkt, zog ich auch schon wieder zum Eingang. Doch als ich vor dem Gartentor stand, traute ich meinen Augen nicht.
Verwundert sah ich mich um, nur um festzustellen, ob es wirklich mein Gatren war, vor dem wir standen.
Aber als meine Begleiterin die Tür aufschloß, bestand nicht mehr der geringste Zweifel.
Die fremden Männer, die am Morgen auf mein Grundstück kamen, hatten hier anscheinend eine ganze Menge verändert.
Als ich das letzte mal hier war, also einige Stunden zu vor, gab es in meinem Garten noch drei Bäume, doch so sehr ich auch suchte, einer der Bäume war einfach weg.
Aber wie um alles in der Welt kann ein Baum so einfach verschwinden, fragte ich mich.
Auch die restlichen Stümpfe der Sträucher, die Frauchen und ihre Tochter nicht herausbekommen hatten, waren weg.
Und nicht einmal vor dem Boden meines Gartens hatten die fremden Männer halt gemacht.
Die spärlichen Rasenspuren, die vorher im Garten vereinzelt zu finden waren, gab es auch nicht mehr. Im Gegenteil, der ganze Boden war umgegraben. Keine Blume, oder auch nur ein Grashalm war mehr zu finden.

Nachdem ich meine verwunderung über den Zustand meines lieblings Ortes etwas überwunden hatte, probierte ich das neue Design erstmal aus.
Der Boden war so schön weich und es hat so einen Spaß gemacht, darin zu spielen.
Endlich hatte ich den ganzen Garten zum Toben. Nichts stand mir mehr im Weg und die zwei Büume, die noch im Garten waren, standen so, das sie mich beim Rennen nicht störten.
Ich fands einfach nur herrlich !

Als ich so darüber nachdachte, entschied ich mich dafür die beiden fremden Männer zu mögen. Schließlich waren sie ja so nett gewesen und hatten aus meinem Garten einen riesen großen Hundespielplatz gemacht.

Bereits am nächsten Morgen fuhren wir erneut in den Garten, um uns dort mit den Männern zu treffen.
Wir mußten nicht lange warten, bis auch die beiden Männer wieder kamen.
Und da ich mich ja dazu entschieden hatte, sie nett zu finden, begrüßte ich sie auch gleich freundlich. Und scheinbar freuten sie sich auch darüber mich wieder zusehen, denn einer von ihnen spielte gleich erstmal mit mir.

Wie bereits am Vortag, ließen wir die Beiden wieder alleine in meinem Garten. Und ich war maßlos gespannt, was sie denn nun noch für mich verbessern konnten.
Ich fand den Garten inzwischen richtig perfekt, aber bisher hatten mir die Veränderungen ja auch immer gefallen.
Ungeduldig wartete ich auf den Nachmittag, um endlich zu erfahren, was nun noch verändert wurde und ob es mir auch diesmal wieder so gut gefiel.

Und als es dann endlich soweit war, das wir wieder raus fuhren, war ich schon den ganzen Weg über aufgeregt. Nachdem wir dann am Garten angekommen waren, stürmte ich auch gleich zur Tür.
Im ersten Augenblick war ich etwas überrascht, den ein ziemlich großes Stück von meinem Garten war abgesperrt.
Zwar war es nur ein rot-weißes Plastikband, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht erklären, was das nun sollte ?!

Der rest des Gartens sah noch immer so aus wie am Morgen, aber in dem abgesperrten Stück, da war plötzlich ein großes Loch im Boden. Es war nicht besonders tief, dafür aber rechteckig und ganz schön groß.
Immer wieder stand ich davor und überlegte, was das werden würde. Nach einiger Zeit entschied ich mich dazu, das Loch mal zu testen.
Der Boden war ganz eben und es hatte mir dann doch Spaß gemacht, immer wieder raus und rein zu springen.
Doch aus irgendeinem, mir vollkommen unverständlichen Grund, versuchte Frauchens Tochter immer wieder mich davon zu überzeugen, das ich nicht in das Loch sprang.

Leider sind wir an dem Nachmittag dann nicht mehr so lange im Garten geblieben. Aber ich war mir ganz sicher, das wir auch am nächsten Tag wieder hinfahren würden.

Den Abend verbrachten wir dann gemütlich zu Hause. Während mein Frauchen im Sessel saß und Fernsehen schaute, hatte ich mir ein Plätzchen direkt vor ihrem Sessel gesucht und legte meinen Kopf auf Frauchens Füße.

Zu meiner großen Überraschung fuhren wir am nächsten Morgen nicht in den Garten, sondern wieder nach Lübars, dort wo es die Schafe und Pferde gab.
Langsam hatte ich das Gefühl, dass sich an diesem Tag alles gegen mich verschworen hatte.
Nicht genug, das wir nicht zum Garten gefahren waren, nein, auch die Schafe waren heute nicht auf der Weide. Wen sollte ich dann anbellen und zusammen treiben ?
Bei den Pferden wollte ich es nicht versuchen, mal abgesehen davon, dass ich sie mochte, glaubte ich auch nicht, das sie sich so einfach von mir zusammen treiben lassen würden.
Weit nach Mittag hatten wir uns dann wieder mal auf den Weg nach Hause gemacht, wo mein Frauchen uns schon mit leckerem Essen erwartet hatte.

Nach meinem Fresschen wollte ich eigentlich ein kleines Mittagsschläfchen machen, doch daraus wurde nichts.
Stattdessen gingen wir wieder zum Auto und zu meiner großen Freude gings wieder zum Garten. Ich freute mich darauf zu erfahren, was es nun mit diesem Loch im Boden zu tun hatte.

Bereits auf der Fahrt zum Garten war ich schon ganz aufgeregt.
Ich konnte zwar nicht sagen warum, aber irgendwie hatte ich das sichere Gefühl, dass sich etwas ganz entscheidendes in meinem Garten verändert hatte.
Und das diese Veränderung etwas mit dem Loch zu tun hatte.

Als wir dann endlich angekommen waren, bin ich sofort zum Eingang gestürmt.
Bereits duch den Gartenzaun konnte ich das Drama sehen, das in meinem Garten geschehen war.
Als Frauchens Tochter dann endlich aufgeschlossen hatte und ich rein konnte, sah ich mir das "Schandwerk" etwas näher an.
An der Stelle, wo sich vorher noch das Loch befand, war plötzlich ein betonierter Platz und natürlich durfte ich den wieder mal nicht betreten.
Der Beton wirkte noch ziemlich feuch und wahrscheinlich durfte ich deswegen nicht darauf gehen.

So sehr ich auch überlegte und darüber nachdachte, ich konnte mir einfach nicht vorstellen, warum mein Frauchen und ihre Tochter einen betonierten Platz in meinem Garten anlegen ließen.
Ich fand es vorher doch etwas schöner, aber da die beiden ja eigentlich nichts machten, das mir mißfiel, kam ich dann zu dem Schluß, das sie es ganz sicher nur für mich haben machen lassen.
Wahrscheinlich war es einfach nur noch nicht ganz fertig.
Nach einer Weile fuhren wir dann auch schon wieder heimwärts.

Auch am nächsten Tag, fuhren wir morgens nicht in den Garten.
Wir waren wieder etwas länger in den Rehbergen und haben uns die zum Glück eingezäunten Wildschweiune angesehen.
Ich mag ja die Rehberge, aber meine Neugier war kaum noch zu zügeln.
Ich war mir ganz sicher, das die beiden Männer bestimmt wieder in meinem Garten waren und dort arbeiteten.
Und ich hätte doch so gerne zu gesehen, dann hätte ich doch schließlich schneller erfahren, was es mit diesem kleinen Platz in meinem Garten auf sich hatte.
Und wie auch in den Tagen zuvor, fuhren wir am Nachmittag wieder hin.
Diesmal waren die beiden Männer auch noch da und kamen gleich an den Gartenzaun, als sie uns kommen sahen.
Natürlich ging ich davon aus, das ich etwas durch den Garten toben durfte, wenn wir schon mal da waren, aber weit gefehlt !
Zu meinem großen Entsetzen, sind wir nicht einmal in den Garten hinein gegangen. Stattdessen kamen die Beiden Männer raus und Frauchens Tochter hat ihnen dann auch noch Geld gegeben.
Nachdem die Männer mich zum Abschied nochmal gestreichelt hatten, fuhren sie weg.
Wir sind noch einen kleinen Augenblick geblieben und haben dann von Außen in den Garten geschaut.
Alles sah ganz sauber aus und auch an dem kleinen betonierten Platz hatte sich nicht verändert.
Der Boden sah ganz frisch geharkt und eben aus und ich bemerkte, das sich lauter kleine helle Dinger auf dem Boden befanden.
Da ich ja ein inteligenter Hund bin, schloß ich natürlich sofort, das das irgendwelche Pflanzensamen sein mußten.
Und das war sicher auch der Grund, warum ich an diesem Tag nicht rein durfte. Natürlich konnte ich in dem Fall ja nicht böse sein, mit meiner Begleiterin.
Schließlich gaben sie sich ja alle so viel Mühe, mir meinen Garten so richtig schön zu machen.

Ungeduldig wartete ich auf den nächsten Tag, um zu sehen, was denn da so für Blümchen herauskommen würden.
Doch zu meinem großen Entsetzen fuhr Frauchens Tochter die nächsten vierzehn Tage immer nur alleine in den Garten und blieb scheinbar auch nicht sehr lange dort.
Ich mußte mich in dieser Zeit mal wieder mit ausgiebigen Spaziergängen durch verschiedene Parks begnügen.
Gelegentlich fuhren wir auch zu den Schafen und meine Begleiterin ging dann manchmal dort auch in ein Geschäft, wo es ganz toll nach Wurst und Fleisch gerochen hat.
Und immer wenn sie dort wieder raus kam, hatte sie etwas für mich mit gebracht. Meistens war es ein Würstchen und ich esse Würstchen wirklich gerne....aber nur wenn sie frisch sind.

Und dann war es endlich wieder soweit.
Den ganzen Tag über hatte ich schon das Gefühl, daß ich meinen Garten bald wieder sehen würde und als wir dann alle zusammen ins Auto stiegen und den mir so wohl bekannten Weg entlang fuhren, war ich fast noch aufgeregter, als sonst.
Endlich war es soweit und ich würde sehen, was aus diesen Pflanzensamen geworden war.

Als der Wagen von Frauchens Tochter endlich in die Gartenkolonie abbog, konnte ich meine Aufregung nicht mehr verbergen.
Lautstark wies ich den Beiden den Weg und hoffte, das sie sich doch etwas beeilen würden. Nachdem wir dann einen Parkplatz gefunden hatten und ich austeigen durfte, zog ich natürlich noch schneller zum Garten, als ich es sonst schon tat.

Doch als ich dann endlich vor dem Gartentor stand, konnte ich nicht glauben, was ich dort sah.
Wo woher noch der schöne erdig-sandige Boden war, strahlte in einem satten Grün ein wunderschöner Rasen.

Kaum hatte ein Frauchen das Tor aufgeschlossen, stürzte ich auch schon hinein und tobte mich so richtig schön aus.

Obwohl mir der erdige Boden auch gefallen hatte, muß ich gestehen, daß mir der Rasen noch wesentlich besser gefallen hat.
Und davon mal abgesehen konnte ich auch richtig schön daran rumknautschen. So ein frischer Rasen schmeckt wirklich gut und ich kann es nur jedem Hund empfehlen frischen Rasen mal zu kosten.

Auch mein Frauchen und ihre Tochter schienen mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Zwar begutachteten sie den gesamten Rasen erstmal, aber ich ging davon aus, das sie genauso begeistert waren wie ich.

Von da an fuhren wir wieder so gut wie jeden Tag in den Garten.
Meine menschlichen Begleiter brachten dann hin und wieder neue Sachen mit in den Garten, die sie auf dieser komischen betonierten Platte abstellten, die noch in meinem Garten war und von der ich noch immer nicht wußte, wofür sie eigentlich da war.

Als die Beiden dann einen kleinen Tisch und Plastikstühle darauf abstellten, kam ich zu der Überzeugung, das sie diesen Platz für sich eingerichtet hatten, damit sie mir beim rumtoben nicht so sehr im Weg standen.
Zu diesem Zeitpunkt fand ich das wirklich sehr rücksichtsvoll von den Beiden.
Schließlich konnte ich ja nicht ahnen, was es wirklich mit dieser betonierten Platte zu tun hatte und was für Veränderungen noch auf mich warteten.



zurück weiter




 

 
   © 2010 by Odiehome •  odiehome@gmx.de