Die wahre Geschichte von König Drosselbart

von C.Laschinski



Einst war ein König stolz und smart,
bekannt im ganzen Land als König Drosselbart.
Er war geachtet und geehrt
Und fiel auch nur selten mal vom Pferd.
In seiner Rüstung schien er stark und mächtig,
doch zog er sie aus, war er eher schmächtig.
Manchmal war er auch etwas sonderbar,
denn er hatte ein Hobby, das ihm peinlich war.
Tief unten in des Schlosses Keller,
töpferte er Schüsseln, Pfannen und auch Teller.
Doch das behielt er ganz für sich,
denn wie die Leute reden, weiß man ja nich.


Die einzige Frau im Schloß, die war ein Knecht
Und der König fand, an der war nicht alles echt.
Denn öfters tat ihr Busen rutschen
Und gleich darauf sah man Äpfel aus dem Dirndl flutschen.
Aber der König wünschte sich so sehr einen Sohn,
der ihm einst folgen sollte auf den Thron.
So kam er zu dem Schluß,
dass dringend eine Frau her muß.


Alsbald zog er durch die Lande,
um zu knüpfen neue Familienbande.
So bereiste er viele Länder,
überall kam er sich vor wie ein Fremder.
Doch in einer Taverne erfuhr er dann,
der König des Landes suchte für seine Tochter einen Mann.
Drosselbart schwang sogleich sich auf sein Pferd,
saß im Sattel prompt verkehrt.
Doch das Tier das trabte los
Und dem König schmerzte es im Schoß.

Bald schon sah er des Schlosses dicke Mauer,
und über seinen Rücken lief ihm ein Schauer.
Aber zu spät bemerkte er,
der Schauer kam von oben und wurde immer mehr.
Durchnässt bis auf die Haut,
freite er beim Vater um die Hand der Braut.
Der alte König rief seine Tochter herbei,
doch als sie Drosselbart sah, stieß sie aus einen Schrei.
Lauthals fing sie an zu lachen,
„Da würd ich ja eher einen Bettler zu meinem Manne machen“
Beschämt schlich Drosselbart von Dannen,
warum passieren nur mir immer diese Pannen ?

Und so dachte der König nach,
wie bekam er die Prinzessin nur in sein Gemach ?
Sie sagte, sie nähme lieber einen Bettelsmann,
so zog er sich schnell schäbige Kleider an.
Bald stand er wieder vor dem Tor
Und sprach erneut beim König vor.
Die Prinzessin traf fast der Schlag,
als der Vater ihr den Bettler zum Manne gab.
So bezog das Paar alsbald,
eine schäbige Hütte, mitten im Wald.

Die Prinzessin war zu nichts zu gebrauchen,
also brachte der Bettler den Schornstein selbst zum Rauchen.
Auch das Essen das sie für ihn machte,
ihn oftmals gleich zum würgen brachte.
So schickte er sie auf den Markt um Geschirr zu verkaufen,
er blieb lieber zu Haus, um seinen Kummer zu ersaufen.
Doch auch zum Verkaufen war sie zu dumm,
meist schlenderte sie nur auf dem Markt herum.
Drosselbart wollte ihr eine Lektion erteilen
Und tat daher schnell zu seinem Pferde eilen.
Er ritt zum Markt im schnellen Galopp,
doch sein erster Versuch der war ein Flop.

Hätte er sein Pferd nicht so gehetzt,
hätte er sich auch nicht verletzt.
Aber den Baum, den hatte er nicht gesehen
Und so war das Unglück schnell geschehen.
Plötzlich fand er sich am Boden wieder
Und ihm schmerzten sämtliche Glieder.
Eine riesige Meute stand um ihn herum
Und alle schauten ziemlich dumm.
Drosselbart hielt sie alle für Deppen
Und tat sich dann alleine nach Hause schleppen.

Nach einigen Tagen entschloss er sich,
der letzte Versuch war das nich.
So ritt er los am folgenden Morgen,
um sich zu befreien von sämtlichen Sorgen.
Auf dem Markt da ritt er ein
Und benahm sich dabei sehr gemein.
Er fand den Stand von seinem Weib
Und zerstörte ihn, nur so zum Zeitvertreib.

Am Abend kam die Prinzessin verängstigt zurück,
vom Geschirr hatte sie nur noch ein heiles Stück.
Sie begann ihrem Mann alles zu erzählen,
doch dieser tat sie immer mit neuen Fragen quälen.
Auf einmal schaute sie dem Bettler ins Gesicht,
aber was sie da sah, glaubte sie nicht.
Plötzlich war sie ganz benommen,
denn sie hatte Drosselbart zum Mann bekommen.
Gepackt von kaltem Entsetzten,
tat sie gleich zurück zu ihrem Vater hetzten.

Drosselbart ritt wieder Heim,
und wie schon vorher war er immer noch allein.
Dann hatte er noch einen Eid geschworen,
und sich dazu auch gleich den Kopf geschoren.
Ab jetzt waren für ihn alle Frauen,
das schlimmste aller Grauen.
Als Mönch trat er in ein Kloster ein,
und hoffte auf einen Heiligenschein.
Sein Königreich jedoch überließ er dem Verderben,
denn schließlich hatte er ja keinen Erben.

Und so schloß der König Drosselbart,
ja, das Leben ist manchmal wirklich hart.


Ende


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